Die gesetzliche Unfallversicherung in Österreich deckt allerdings nur Unfälle während der Arbeit oder auf dem Arbeitsweg ab.
Rund 3 von 4 Unfällen passieren jedoch in der Freizeit, und genau hier greift der gesetzliche Schutz nicht mehr.
Eine private Unfallversicherung kann in solchen Fällen eine wichtige finanzielle Absicherung bieten – vor allem, wenn dauerhafte gesundheitliche Einschränkungen oder hohe Heilkosten entstehen. Doch nicht jede Police ist gleich gut, und viele Verträge enthalten teure, aber wenig sinnvolle Bausteine.
In diesem Artikel erfährst du, was wirklich zählt, welche Leistungen sinnvoll sind und worauf du beim Abschluss achten solltest – damit du im Ernstfall optimal abgesichert bist.
Warum eine Unfallversicherung wichtig ist
Ein Unfall kann schwerwiegende finanzielle Folgen haben – besonders, wenn du danach nicht mehr voll arbeiten kannst oder dein Alltag kostspielige Anpassungen erfordert. Während die Sozialversicherung in Österreich medizinische Akutversorgung bietet, leistet sie keine finanzielle Unterstützung bei bleibenden körperlichen Einschränkungen nach Freizeitunfällen.
Das bedeutet konkret:
- Die gesetzliche Unfallversicherung (AUVA) greift nur bei Arbeits- oder Schulunfällen sowie auf dem Weg dorthin und zurück.
- Bei Freizeit-, Sport- oder Haushaltsunfällen besteht kein gesetzlicher Anspruch auf Invaliditätsleistungen oder Kostenersatz.
Hier kommt die private Unfallversicherung ins Spiel:
Sie zahlt dir eine Kapitalleistung, wenn du durch einen Unfall dauerhaft körperlich beeinträchtigt bist – zum Beispiel nach einem Sturz mit bleibenden Bewegungseinschränkungen. Diese Zahlung kann genutzt werden, um etwa:
- Wohnraum barrierefrei umzubauen,
- Einkommenseinbußen abzufedern oder
- spezielle Therapien und Reha-Maßnahmen zu finanzieren, die von der Krankenkasse nicht vollständig übernommen werden.
Gerade für Selbstständige, Freiberufler:innen oder Personen mit körperlich fordernden Berufen ist eine private Unfallversicherung daher besonders empfehlenswert. Aber auch für Familien oder sportlich aktive Menschen kann sie ein wichtiger Bestandteil der finanziellen Absicherung sein.

Die wichtigsten Bausteine deiner Unfallversicherung
Eine gute Unfallversicherung zeichnet sich nicht durch unzählige Zusatzoptionen aus, sondern durch klare, sinnvolle Leistungen, die im Ernstfall wirklich helfen. Hier sind die Bausteine, auf die du unbedingt achten solltest – und welche Summen wir bei feel FINANCE empfehlen.
Invaliditätssumme – das Herzstück der Unfallversicherung
Die Invaliditätssumme ist jener Betrag, der ausbezahlt wird, wenn du durch einen Unfall dauerhaft körperlich oder geistig beeinträchtigt bist.
Sie ist der wichtigste Baustein deiner Unfallversicherung, denn sie entscheidet, wie gut du im Ernstfall abgesichert bist.
💡 Unsere Empfehlung:
Die Versicherungssumme sollte mindestens 100.000 € betragen – besser noch 150.000 € bis 250.000 €, insbesondere bei höherem Einkommen oder familiärer Verantwortung.
Je nach Schwere der Beeinträchtigung (laut Gliedertaxe) wird ein bestimmter Prozentsatz dieser Summe ausbezahlt.
Beispiel: Bei einem Kreuzbandriss und einem festgestellten Invaliditätsgrad von
10 % erhältst du 10 % der vereinbarten Summe.
Achte darauf, dass dein Vertrag eine Progression enthält – also eine überproportionale Auszahlung bei schweren Invaliditäten.
Eine Progression von 500 % oder 750 % kann sinnvoll sein, da sie bei schweren Verletzungen die Leistung deutlich erhöht. Aufgrund der progressiven Leistungssteigerung erhältst du beispielsweise bei 55 % Invaliditätsgrad bereits deutlich über 100 % der Versicherungssumme.
Unfall- und Heilkosten – die oft unterschätzte Absicherung
Nach einem Unfall können hohe Zusatzkosten entstehen – etwa für Spezialbehandlungen, Physiotherapie oder Hilfsmittel wie Schienen und Prothesen. Die Krankenkasse übernimmt hier nur einen Teil.
Die Unfall- und Heilkostenversicherung deckt genau diese Lücke. Sie ersetzt nachgewiesene Kosten, die durch den Unfall entstanden sind, etwa:
- Arzt- und Krankenhauskosten (Privatarzt, Sonderklasse, Physiotherapie)
- Medikamente, Heilbehelfe und Reha-Maßnahmen
- Fahrtkosten zu Therapien oder Behandlungen
💡 Unsere Empfehlung:
Eine Deckungssumme zwischen 6.000 € und 15.000 € gilt als ideal – abhängig von deinem Lebensstil und der gewünschten Behandlungsqualität.
Ist dir die Übernahme von Krankenhauskosten (Privatklinik, Sonderklasse) wichtig, solltest du eine entsprechend höhere Summe wählen.
Hast du hingegen bereits eine private Krankenversicherung, sind diese Kosten in der Regel abgedeckt – in diesem Fall reicht meist eine geringere Deckungssumme aus.
Bergungs- und Rückholkosten – unverzichtbar für Freizeit & Sport
Gerade in Österreich, wo Bergsport, Wandern oder Skifahren zum Alltag gehören, sollte dieser Punkt niemals fehlen.
Ein Hubschraubereinsatz oder eine Suchaktion kann schnell mehrere tausend Euro kosten – und wird von der gesetzlichen Versicherung nicht übernommen.
💡 Unsere Empfehlung:
Achte auf eine Deckung von mindestens 15.000 €, besser 25.000 €.
Diese Leistung sollte weltweit gültig sein – besonders, wenn du gerne reist oder im Ausland sportlich aktiv bist.
Zusatzleistungen – mit Bedacht wählen
Manche Anbieter werben mit zahlreichen Zusatzbausteinen wie Reha-Bonus oder Übergangsleistungen. Diese können sinnvoll sein, sind aber nicht der Kern deiner Absicherung.
Wichtiger ist, dass die Basis stimmt: eine solide Invaliditätssumme, gute Heil- und Bergungskosten sowie transparente Bedingungen.

Optionale Leistungen – sinnvoll oder nicht?
Neben den zentralen Bausteinen wie Invalidität, Heil- und Bergungskosten bieten viele Versicherer eine Vielzahl an Zusatzleistungen an. Manche davon können in bestimmten Lebenssituationen hilfreich sein – andere sind hingegen unnötig teuer oder haben kaum Mehrwert. Hier ein Überblick, worauf du wirklich achten solltest:
Todesfallsumme – sinnvoll, aber nicht überbewerten
Die Todesfallsumme wird ausgezahlt, wenn die versicherte Person an den Folgen eines Unfalls verstirbt.
Gerade bei Familien mit Kindern kann sie sinnvoll sein, um kurzfristige finanzielle Engpässe zu überbrücken.
💡 Unsere Empfehlung:
Eine moderate Summe von 20.000 € reicht in der Regel aus.
Für die langfristige Absicherung der Familie ist allerdings eine Risikolebensversicherung wesentlich besser geeignet, da Sie neben dem Todesfallrisiko durch Unfall auch viele weitere Todesursachen absichert.
Unfallrente – klingt gut, rechnet sich selten
Viele Versicherungen bieten eine monatliche Unfallrente an, die bei dauerhafter Invalidität gezahlt wird. In der Praxis zeigt sich jedoch: Diese Option ist teuer und selten sinnvoll.
Warum?
- Die Rente wird erst ab einem bestimmten Invaliditätsgrad (z. B. 50 %) gezahlt.
- Die monatlichen Beträge sind meist niedrig (oft 300 € bis 800 €) – und stehen in keinem Verhältnis zur Prämie.
💡 Unser Fazit:
Die Unfallrente ist meist Geldverschwendung. Investiere den Beitrag lieber in eine höhere Invaliditätssumme oder eine Berufsunfähigkeits-
versicherung – das bringt langfristig mehr Sicherheit und Flexibilität.
Kosmetische Operationen & Reha-Leistungen
Diese Bausteine können dann relevant sein, wenn du nach einem Unfall ästhetische oder funktionelle Eingriffe benötigst, die von der Krankenkasse nicht übernommen werden – etwa nach Narben, Verbrennungen oder Gesichtsverletzungen.
💡 Empfehlung:
Als Zusatz sind sie sinnvoll, solange sie nicht übermäßig teuer sind. Eine Deckung bis ca. 15.000 € reicht in den meisten Fällen aus.
Übergangsleistungen & Tagegelder
Leistungen wie Unfalltagegeld oder Spitalgeld klingen attraktiv, dienen aber meist nur als kurzfristige Entlastung. Sie decken den Verdienstausfall während der Genesung, fallen aber oft gering aus und sind teuer erkauft.
💡 Empfehlung:
Wenn du Wert auf Einkommenssicherung legst, ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung die bessere Lösung.
Die Unfallversicherung sollte nicht zur Einkommensabsicherung, sondern zur Abfederung schwerer Unfallfolgen dienen.
(Direkt-)Sofortleistungen
Manche Versicherungen bieten eine sogenannte Sofort- oder Direktleistung an – also eine rasche Auszahlung eines kleinen Betrags unmittelbar nach dem Unfall, oft schon bei Spitalsaufenthalt oder Knochenbruch.
Das klingt attraktiv, ersetzt aber keine echte Absicherung.
💡 Empfehlung:
Diese Leistungen können kurzfristig helfen, etwa für kleinere Ausgaben nach einem Unfall, sind aber kein entscheidendes Kriterium für die Wahl deiner Versicherung.
Wenn sie ohne großen Aufpreis enthalten sind – gut. Wenn sie extra kosten – lieber darauf verzichten und das Geld in eine höhere Invaliditätssumme investieren.
Was du beim Abschluss beachten solltest
Eine Unfallversicherung ist schnell abgeschlossen – aber die Unterschiede zwischen den Tarifen sind enorm. Achte daher auf folgende Punkte, um wirklich gut abgesichert zu sein:
Gliedertaxe & Progression
Die Gliedertaxe legt fest, wie hoch dein Invaliditätsgrad bei Verlust oder Einschränkung eines Körperteils ist. Davon hängt wiederum die Versicherungsleistung ab.
→ Desto besser die Gliedertaxe, desto höher deine Versicherungsleistung.
💡 Tipp:
Wähle eine Polizze mit hoher Progression (mind. 500 % bis 750 %) – das erhöht die Leistung bei schweren Verletzungen spürbar.

Weltweiter Schutz & Freizeitunfälle
Viele Unfälle passieren im Urlaub oder beim Sport.
Achte daher auf weltweiten Versicherungsschutz, inklusive Freizeit- und Hobbysport (z. B. Skifahren, Mountainbiken).
Leistungsbeispiele & Transparenz
Ein guter Versicherer zeigt klare Beispiele, wann und wie Leistungen berechnet werden. Versteckte Ausschlüsse (z. B. bei Alkoholkonsum oder Eigenverschulden) sollten offen dargelegt sein.
💡 Tipp:
Lass dir ein konkretes Rechenbeispiel zeigen – das schafft Verständnis und Sicherheit.
Beratung & individuelle Anpassung
Jede Lebenssituation ist anders. Eine junge Familie hat andere Prioritäten als eine alleinstehende Unternehmerin.
Nutze daher eine persönliche Beratung, um Summe, Zusatzleistungen und Kosten sinnvoll abzustimmen.
👉 Unser Tipp: Mit dem Risiko-Check des VKI-Konsumentenschutz findest du schnell heraus, welche Absicherung für dich wirklich sinnvoll ist.
Du möchtest deine größten Risiken identifizieren? → ZUM RISIKOCHECK
Die größten Don’ts bei der Unfallversicherung
Eine Unfallversicherung soll im Ernstfall Sicherheit geben – nicht für Verwirrung sorgen oder unnötig Geld kosten. Leider enthalten viele Verträge überflüssige oder unklare Bausteine. Hier sind die häufigsten Fehler, die du vermeiden solltest:
1. Zu niedrige Versicherungssumme
Eine Unfallversicherung mit 30.000 € oder 50.000 € Invaliditätssumme ist kaum sinnvoll.
Im Ernstfall deckt sie weder Einkommensausfall noch Umbaukosten.
💡 Richtwert: Mindestens 100.000 €, besser 150.000 € bis 250.000 €, je nach Einkommen und Verantwortung.
2. Überteuerte Zusatzbausteine
Tagegeld, Unfallrente oder Mini-Zusatzleistungen klingen gut, bringen aber wenig.
Oft fließt ein Großteil der Prämie in diese Extras – während die Kernabsicherung zu kurz kommt.
💡 Tipp: Konzentriere dich auf das Wesentliche – Invalidität, Heil- und Bergungskosten.
3. Fehlender weltweiter Schutz
Einige günstige Tarife gelten nur in Österreich oder der EU.
Das kann teuer werden, wenn im Urlaub ein Unfall passiert.
💡 Achte auf weltweiten Schutz, inklusive Freizeit- und Sportunfällen.
4. Unklare Vertragsbedingungen
Viele Versicherer schließen bestimmte Szenarien aus – etwa Unfälle durch Eigenverschulden oder unter Alkoholeinfluss.
Solche Klauseln können im Ernstfall zu bösen Überraschungen führen.
💡 Tipp: Lies das Kleingedruckte oder lass es prüfen – Transparenz ist entscheidend.
5. Kein regelmäßiger Check
Deine Lebenssituation ändert sich – Einkommen, Familie, Hobbys.
Deine Unfallversicherung sollte das auch tun.
💡 Empfehlung: Lass deinen Vertrag alle paar Jahre im Rahmen eines Versicherungschecks überprüfen. So bleibt dein Schutz aktuell und passend.
Fazit – Für wen sich die Unfallversicherung wirklich lohnt
Eine private Unfallversicherung ist kein Muss für jede:n – aber sie kann im richtigen Moment entscheidend sein.
Gerade wer aktiv lebt, viel Sport treibt oder beruflich auf seine körperliche Leistungsfähigkeit angewiesen ist, profitiert von dieser Absicherung.
Während die gesetzliche Unfallversicherung nur im Berufsleben greift, schützt dich eine private Polizze rund um die Uhr – weltweit und in der Freizeit.
Sie hilft, finanzielle Folgen eines schweren Unfalls abzufedern und deine Lebensqualität zu sichern.
💡 Unser Fazit:
- Wenn du deine Familie oder dein Einkommen absichern willst, ist eine hohe Invaliditätssumme wichtiger als jede Zusatzleistung.
- Achte auf sinnvolle Bausteine wie Heil- und Bergungskosten, anstatt Geld für eine Unfallrente oder Tagegeld zu verschwenden.
- Eine gute Beratung sorgt dafür, dass du weder über- noch unterversichert bist.
Wir bei feel FINANCE nehmen uns Zeit, deine persönliche Situation zu verstehen und ein Konzept zu entwickeln, das transparent, maßgeschneidert und verständlich ist.
In einem unverbindlichen Beratungsgespräch zeigen wir dir,
- welche Absicherung wirklich Sinn macht,
- wie du teure Zusatzbausteine vermeidest
- und welche Leistungen dich im Ernstfall wirklich schützen.

